. Genozid

Der Dersim Genozid

 

Provinz Dersim 1937

 

Der Dersim-Genozid wird fälschlicher weise als  der letzte große Kurdenaufstand in der Türkei beschrieben. Er brach 1937 infolge der zunehmenden politischen und militärischen Umklammerung der Region aus, nachdem durch das Umsiedlungsgesetz mit der Nr. 2510 und das „Tunceli-Gesetz“ die Region umbenannt, unter Militärverwaltung gestellt und der Ausnahmezustand verhängt wurde.[2] Die Stämme sahen ihre angestammte Autonomie in Gefahr. Der angebliche  Aufstand ist eine türkische Geschichtsfälschung und eine kurdische Legende zugleich. Es gibt keine Belege für einen bewaffneten Aufstand. Die Bewaffnung der Bevölkerung war nicht für einen Aufstand geeignet und auch zahlenmäßig geringfügig. Die Anführer der Dersimer wurden auf Anweisung des türkischen Innenministerium  und des Staatspräsidenten Atatürks gefasst und gehängt. Im Verlauf der stattlichen Maßnahmen  wurden schwere Massaker an der Zivilbevölkerung verübt. Offiziellen türkischen Berichten zufolge sollen zehn Prozent der damals insgesamt 65.000 - 70.000 Einwohner Dersims infolge der Auseinandersetzungen getötet worden sein.[3] Die Revolte wurde mit massiver Gewalt gegen Rebellen und Zivilisten niedergeschlagen.[4] Es existieren verschiedene Berichte über Gräueltaten der türkischen Armee. Auch Stämme, die dem Staat loyal gegenüber standen, wurden vernichtet. Aufstellungen des türkischen Generalstabs und Augenzeugenberichte von beteiligten Soldaten und Opfern bestätigen die Gewalttaten und Massaker an Aufständischen und Zivilisten.[3] Zahlreiche Bewohner wurden aus ihren Dörfern vertrieben, die anschließend zerstört wurden.[5]

Dersim markierte das Ende tribaler Aufstände gegen die türkische Republik.[6] Der Ausnahmezustand wurde zehn Jahre später im Jahr 1948 aufgehoben.[7] Erst danach wurde der Zutritt zur Region wieder ermöglicht.